Über die einzelnen Schritte bei der Fertigung von Faksimiles

Die insgesamt 14 Faksimiles, welche das Direktvertriebsunternehmen WK Wertkontor GmbH mit Sitz in Gütersloh verkauft, sind, wie der lateinische Ausruf „Fac simile!“, nämlich „Mach es ähnlich!“, schon sagt, originalgetreue Reproduktionen historisch wertvoller Dokumente. Dank Faksimiles ist es möglich, Werke, die in die Geschichte eingegangen sind, und die heute in Archiven, Bibliotheken oder Museen unter Verschluss sind, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Allein die Tatsache, dass es sich um exakte Nachbildungen der historischen Originalwerke handelt, lässt erahnen, dass die Herstellung sehr aufwendig ist. Und so verhält es sich auch bei den im Sortiment der WK Wertkontor befindlichen Werke, zu denen etwa Dantes „Göttliche Komödie“, „Die Bibel des Patricius Leo“, der „Ptolemaeische Weltatlas“ oder das „Marienhomiliar des Jakobos Kokkinobaphos“ gehören: Sie werden allesamt in meisterlicher Handarbeit hergestellt. An der Herstellung, die in mehreren Einzelschritten erfolgt, sind verschiedene Fachleute beteiligt.

Aufnahme, Druck, Versilberung & Vergoldung, Buchbindung



Die Aufnahme des Originals

In einem ersten Schritt wird mithilfe moderner Fototechnik eine fotografische Aufnahme des Originalwerks angefertigt. Da beim Transport der alten Handschriften und Codices die Gefahr besteht, dass diese beschädigt werden, geschieht die Aufnahme immer an dem Ort, an dem das Originaldokument verwahrt wird und somit im Museum, Archiv oder der Bibliothek.

Der Druck

Bevor die Seiten letztendlich gedruckt werden können, stehen weitere Arbeitsschritte an, die von speziell ausgebildeten Lithographen übernommen werden. Zunächst müssen die Bilddaten für den Druck aufbereitet werden. Der Fachmann spricht hier von Separation. Im nächsten Schritt fertigt man Probedrucke an. Die Probedrucke vergleicht man schließlich hinsichtlich der Farbgebung so lange mit der Originalvorlage, bis beide Exemplare – Faksimile und Originalhandschrift oder Originalcodex – exakt übereinstimmen. Gibt es keinerlei Abweichungen mehr, wird das Imprimatur (dt. „Es werde gedruckt.“), also die Druckfreigabe, erteilt. Bei dem Papier, auf das die Faksimiles der WK Wertkontor GmbH gedruckt werden, handelt es sich um ein qualitativ hochwertiges Spezialpapier. Es imitiert sowohl haptisch als auch optisch die Eigenschaften des originalen Beschreibstoffs Pergament. Außerdem ist es säurefrei und im Gegensatz zu Pergament alterungsbeständig.

Die Versilberung und Vergoldung

Die Handschriften und Codices, die man über WK Wertkontor als Faksimiles erstehen kann, wurden im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit gefertigt. In diesen Zeiten kam allen voran der Farbe Gold eine große Bedeutung zu. Gold stand unter anderem für Reichtum, das göttliche Wort, Macht und Unvergänglichkeit. Entsprechend großzügig verwendete man es. Um die Gold- und auch die Silberpartien im Faksimile detailgetreu wiederzugeben, muss man zunächst auf spezielle und zeitaufwändige Druckverfahren zurückgreifen. Sind die Gold- und Silberpartien noch dazu speziell verziert, bedeutet das weitere zusätzliche Arbeitsschritte. Ebenso wie für die Imitation der altersbedingten Patina der Gold- und Silberflächen.

Die Bindung zum Buch

Nachdem die Buchseiten reproduziert sind, geht es ans Binden. Mit dieser Arbeit wird ein Buchbinder betraut. Er schneidet die Seiten entsprechend denen des Originalformats zurecht und versieht die Bögen mit einer Falz- bzw. einer Knickkante. Danach werden sie zu Lagen zusammengetragen und schließlich zu einem Buchblock geheftet. Der letzte Schritt bei der Herstellung von Faksimiles stellt die Fertigung des Einbands dar. Da es sich bei den Einbänden der WK-Werke selbstverständlich ebenfalls um Faksimiles der Originaleinbände handelt, arbeitet der Buchbinder hier oft mit Fachleuten wir Goldschmieden, Elfenbeinschnitzern oder Textilfachleuten zusammen. Das liegt daran, dass die mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Bucheinbände aus den verschiedensten Materialien wie zum Beispiel Leder, Samt und Seide, Edelmetallen oder Elfenbein hergestellt worden sind und noch dazu reich verziert waren.

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